Wahlbeteiligung
Wahl-Beteiligung
Wie hoch war die letzte Wahlbeteiligung? Knapp über oder knapp unter
50 Prozent? Eigentlich egal, sie ist wieder einmal gesunken.
Woran mag das liegen, fragen sich einige. Eine häufig gehörte Antwort:
"Politiker machen doch sowieso, was sie wollen" oder "Egal,
welchen Politiker oder welche Partei man wählt, es kommt doch immer das gleiche
heraus - Nämlich nichts!"
Ja, es scheint einerseits so zu sein, dass vor Wahlen große Versprechen gemacht
werden, die sich hinterher als nicht praktikabel herausstellen. Die derzeitige
Koalition ist hier sehr gut - als negatives Beispiel. Doch das scheint ja nicht so
schlimm zu sein, wissen doch die Akteure, dass der Wähler es bis zu nächsten
Wahl in vier oder fünf Jahren garantiert wieder vergessen haben wird.
Abgesehen davon, dass auch wir (Noch-)Wähler manchmal über ein etwas
besseres Gedächtnis verfügen sollten, habe ich mir die Frage gestellt,
wie man an diesem eklatanten, gegenseitigen Desinteresse etwas ändern kann.
Auf Seiten der Polit-Akteure wäre es vielleicht ein Weg, die Wahlkampfkostenerstattung nicht mehr an
Prozente oder Sitze zu koppeln, sondern an absolute Zahlen, nämlich an die
absolute Zahl derjenigen, die wirklich in der Wahlkabine ihre Kreuzchen gemacht
haben. Das würde bedeuten, Parteien bekommen nur dann -mehr- Geld, wenn es
ihnen gelingt, die Menschen wieder für sich, für die Politik und für
ihren Staat zu gewinnen.
Gegenargument: Welcher einigermaßen begabte und gut ausgebildete Mensch
würde sich in als Seiteneinsteiger für "die paar Kröten"
in die Politik begeben?
Bei den Wählern scheint mir das Problem wesentlich tiefer zu liegen.
Heute gehört eine gewisse Allgemeinbildung, eine "Grund-Bildung"
nicht mehr zum Standard. Es wird wohl den
jungen Menschen in den wenigsten Elternhäsern noch beigebracht, Dinge zu hinterfragen und
konsequent zu durchdenken, es gibt immer weniger Haushalte, in denen noch eine seriöse
Tageszeitung gelesen wird.
Daher macht sich m. E. auch der Politik gegenüber das allegemeine
Anspruchsdenken breit, ein Anspruchsdenken ohne das Bewußtsein, auch selbst etwas zu
der Gemeinschaft beitragen zu müssen, in der man lebt. Und wer Politiker nur als
kostenlose Dienstleister wahrnimmt, wird sich kaum die "Mühe" machen, seinen
Hintern am Wahlsonntag aus dem Fernsehsessel zu hiefen.
Ich meine, man sollte darüber einmal nachdenken und diskutieren.
Dezember 2006 / Januar 2011