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28.04.2019
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BUNT | HELL  DUNKEL

Wahl

Wahl-Beteiligung

Wie hoch war die letzte Wahlbeteiligung? Knapp über oder knapp unter 50 Prozent? Eigentlich egal, sie ist wieder einmal gesunken.

Woran mag das liegen, fragen sich einige. Eine häufig gehörte Antwort: "Politiker machen doch sowieso, was sie wollen" oder "Egal, welchen Politiker oder welche Partei man wählt, es kommt doch immer das gleiche heraus - Nämlich nichts!"

Ja, es scheint einerseits so zu sein, dass vor Wahlen große Versprechen gemacht werden, die sich hinterher als nicht praktikabel herausstellen. Doch das scheint ja nicht so schlimm zu sein, wissen doch die Akteure, dass der Wähler es bis zu nächsten Wahl in vier oder fünf Jahren garantiert wieder vergessen haben wird.

Abgesehen davon, dass auch wir (Noch-)Wähler manchmal über ein etwas besseres Gedächtnis verfügen sollten, habe ich mir die Frage gestellt, wie man an diesem eklatanten, gegenseitigen Desinteresse etwas ändern kann.

Auf Seiten der Polit-Akteure wäre es vielleicht ein Weg, die Wahlkampfkostenerstattung nicht mehr an Prozente oder Sitze zu koppeln, sondern an absolute Zahlen, nämlich an die absolute Zahl derjenigen, die wirklich in der Wahlkabine ihre Kreuzchen gemacht haben. Das würde bedeuten, Parteien bekommen nur dann -mehr- Geld, wenn es ihnen gelingt, die Menschen wieder für sich, für die Politik und für ihren Staat zu gewinnen.

Gegenargument I: Welcher einigermaßen begabte und gut ausgebildete Mensch würde sich in als Seiteneinsteiger für "die paar Kröten" in die Politik begeben?
Gegenargument II: Wollen wir ernsthafte und fachlich versierte Politiker oder gute "Entertainer"?

Bei den Wählern scheint mir das Problem wesentlich tiefer zu liegen. Heute gehört eine gewisse Allgemeinbildung, eine "Grund-Bildung" nach meinem Eindruck nicht mehr zum Standard. Es wird wohl den jungen Menschen in den wenigsten Elternhäusern noch beigebracht, Dinge zu hinterfragen und konsequent zu durchdenken, es gibt immer weniger Haushalte, in denen auf seriöse Berichterstattung (Tageszeitung, TV, online) geachtet wird.

Daher macht sich m. E. auch der Politik gegenüber das allegemeine Anspruchsdenken breit, ein Anspruchsdenken ohne das Bewußtsein, auch selbst etwas zu der Gemeinschaft beitragen zu müssen, in der man lebt. Und wer Politiker nur als kostenlose Dienstleister wahrnimmt, wird sich kaum die "Mühe" machen, seinen Hintern am Wahlsonntag aus dem Fernsehsessel zu heben.

Ich meine, man sollte darüber einmal nachdenken und diskutieren.

Dez. 2006 / Jan. 2011 / April 2015